Bisherige Touren

Als Präsidentin von newTree Wallis habe ich begonnen, mit Kameltouren für unser Projekt in Burkina Faso Geld zu sammeln. Was wir von Passanten erhalten und was die Teilnehmenden bezahlen, geht vollumfänglich nach Afrika. Die Teilnahme kostet meist ca. 120.-/Tag







Freiwillige Mitwirkungsfreudige sind immer herzlich willkommen. Bitte melden bei Tildi
zinsstag.jossen@bluewin.ch   079 396 72 77

Wir nehmen jeweils alle 2 Kamele, 7-9 Ponies und Pferde, 3 Hunde und genügend Kinder mit. Wenn für jedes Pony/Pferd ein Kind zuständig ist, kann ich die 2 Kamele von meinem Pferd aus führen. Je nach Anzahl Teilnehmender können die Tiere einzeln geführt werden und alle können abwechslungsweise reiten.
Dazwischen ist man aber auch froh, mal wieder abzusteigen und zu Fuss weiterzuwandern. Bei steilen Wegstücken gehen wir oft alle zu Fuss und die Tiere folgen uns im Wissen des gemeinsamen Zieles.

Die bisher längste und schönste Tour machten wir vom 8.-14. Oktober 2005 nach Binn im Binntal. Wir haben uns für die Vorbereitung viel Zeit genommen, was Berichte in den Zeitungen und im Lokalradio zur Folge hatte. Wir haben sogar die grösseren Gemeinden angeschrieben mit der Frage, ob wir durch die Ortschaft ziehen und Informationsmaterial über newTree verteilen dürften.

Überwältigend war vor allem die Hilfsbereitschaft und das Entgegenkommen von Pferdehaltern, die uns Übernachtungsmöglichkeiten anboten. Gian mit seinem langen, weissen Bart hat uns jeweils mit dem alten Toyota den Wohnwagen von Ort zu Ort gebracht. Wir waren froh darum, sind doch im Oktober die Nächte schon empfindlich kalt. Durch Brig zogen wir nicht, denn die Stadt hatte uns nur eine unfreundliche Antwort gegeben. Dabei ist es eine touristische Attraktion, die erstaunlich wenig gewürdigt wurde: 3 grosse, zweihöckerige Kamele und viele Pferde und Ponies mit vielen Kindern und Kindergebliebenen. Das Hauptproblem scheint für alle, dass vielleicht einmal ein bisschen irdischer Mist auf das Klopfsteinplaster fallen könnte...

Den schönsten Abend verbrachten wir bei Umberto auf seiner Ranch Poco Loco, wo wir am Lagerfeuer wunderbare Minestra von der extra hergereisten Rosemarie Mathieu erhielten.

Auch der nächste Tag von Mörel bis Binn war atemberaubend: ein wunderschöner Weg, viele sympatische Begleiter, am Schluss ein gefährlicher Anstieg, den uns der Bruder von Gian extra freigeschaufelt hatte. Und der gelernte Koch erwartete uns in der heimeligen Hütte der Familie Walpen mit einem herrlichen Abendessen. Dort schliefen wir auch gut - in richtigen Betten!

Vielleicht war die Tour so schön, weil es die erste war. Auch die Kamele waren begeistert dabei. Überhaupt scheinen die Tiere es auch zu geniessen, mit uns den ganzen Tag durch die Gegend zu ziehen und sich am Abend müde zu entspannen.

Vom 15.-18. Juni 2006 zogen wir über Siders-Mollens-Lens- Grimisuat nach Sitten und wieder nach hause. Die erste Nacht verbrachten wir bei meiner Mutter in Mollens, Rosi Zinsstag, die für alle Zwei- und Vierbeiner gut sorgte, wie sie es auch immer für ihre acht Kinder gemacht hat. An diesem schönen Ort hätten wir auch bleiben können...

Am nächsten Tag erhielten wir bei Gilbert in Lens eine Raclette und verliefen uns dann ein bisschen in der Schlucht, bevor wir wieder nach Ayent hochsteigen konnten und schliesslich etwas spät in Grimisuat ankamen. Leider mussten dann mehrere auf Zug und Bus hetzen. Dafür bekamen wir von Barbara und Beat, Freunde mit Arabern, eine wunderbare Nachtweide mit toller Aussicht über das Rhonetal.

Am nächsten Tag war nur eine kleine Etappe bis zu der Ferme Asile in Sitten zu bewältigen. Dort wollten wir ein kleines Fest starten, das leider zu wenig propagiert worden war, denn die Stimmung war sehr gut und wir durften für die Tiere vor der Ferme einen Zaun aufstellen. Daneben feierte die Zirkusschule ihren Schulabschluss. Eine Schülerin ritt am nächsten Tag mit uns eine weite Strecke auf Siran, einem Lausebengel von Kamel, der sich  sehr gerne manchmal seiner Reiter entledigt...

Der Heimweg verlief rasant durch den Talboden meist dem Rotten entlang, denn wir hatten an jenem Tag 25-30 Kilometer zu bewältigen. Auch diese Tour war wunderschön und verlief unfallfrei.

Vom 14.-17.Oktober 2006 führte unser Weg von Leukerbad über Torrent-Oberi-Bachalpe bis zur unteren Feselalp. Am ersten Tag schafften wir den steilen Aufstieg nach Albinen, dann gings gemütlich fast flach weiter bis nach Leukerbad, wo uns Isabelle verwöhnte: wir bekamen eine herrliche Weide für die Tiere und eine geräumige Wohnung für die Zweibeiner. In Leukerbad muss man einfach auch baden und danach Pizza essen - recht luxuriös! 

Der nächste Tag begann mit Regen, der unseren Start ziemlich verzögerte. Als die Sonne hervorkam, zogen wir noch durch das Bäderdorf und wurden von vielen Touristen umringt. Wir konnten viel Geld sammeln, aber bis wir endlich zum Aufstieg aufbrachen, war es schon Nachmittag. Immer wieder mussten wir die Kamele motivieren, noch höher und höher den Berg hinaufzuklettern. Ob der Baumgrenze schienen sie völlig die Freude daran verloren zu haben. Zudem verliefen wir uns noch in den Bergen und nur dank Rosemarie Ambord fanden wir vor dem Einnachten wenigstens die Alpe Oberi. Der liebste Tierarzt, den es gibt, Hans-Ruedi, fuhr uns extra Heu her, damit wir die Tiere in dem kleinen Zäunchen für die Nacht stillhalten konnten - am nächsten Tag waren sie noch da...

Von der Obere ging es auf die Feselalp, wo uns die gute Sennerin Fabienne empfing. Wir hatten die Skihütte gemietet und Rosemarie Mathieu kochte uns einen legendären Ragout. Die Kamele fanden es aber im Zaun nicht so toll und schliesslich mussten wir sie an einen der wenigen Bäume binden, leider auf ziemlich hartem Boden.

Am vierten Tag kam der Abstieg nach Gampel. Neue Wanderer gesellten sich in Jeizinen zu uns. Der Tag war wunderschön und dieses Bild von Taifun mit Sarah vor blauem Himmel entstand - unvergesslich. Von Gampel nach Susten kann man am Rottenufer wandeln, wo es die Schnelleren auch immer wieder zu einem Galopp verleitet. So haben uns 2 Kinder um fast 5 Kilometer verpasst und die Mittagspause fiel ins Wasser. Aber immerhin - kein Sturz, keine Verletzung. Müde aber glücklich verabschiedeten sich dann die meisten am Bahnhof Leuk.

Der 27.-30. Juni 2007 führte uns über Ergisch-Unterbäch/Brandalp-Bürchen wieder zurück über Ergisch nach hause. In Ergisch beherbergte Oswald Andres unsere Tiere und bei Regi durften wir alle in der guten Stube ihres schön renovierten Heimes übernachten. Der traumhafte Weg auf der Hochebene bis auf die Brandalp beschenkte uns mit dieser Aussicht, die das Wallis ausmacht. Auf der Brandalp hatten wir von Toni und seinem Pächter Vinzenz eine grosse Weide und eine Hütte zur Nutzung bekommen. So breiteten wir unsere Schlafsäcke auf dem Stroh aus: etwa 10 Personen, viel mehr hätten nicht Platz gehabt. Am nächsten Tag mussten wir wieder den steilen Weg hoch zu der Bergstation der Seilbahn, wo hoher Besuch eintreffen sollte: Hans-Jürg Fehr mit seiner Frau Susi und Peter Jossen wollten einen Tag mit uns ziehen. Wer hätte gedacht, dass alles anders kommen würde!

Bei eiiner Rundholzbrücke auf dem Weg zur Moosalpe mussten wir umkehren, da die Kamele nicht zu bewegen waren, diese zu überqueren. Auch eines der Fohlen stürzte unglücklich, so dass wir uns schweren Herzens entschieden, nur nach Bürchen zu ziehen, anstatt bis auf die Alp. Dabei verloren wir Hans-Jürg und Susi, die die Moosalp erreichten und dort den Sonntagsblick-journalisten trafen, der sie schliesslich zu uns brachte. So konnten in Bürchen doch noch die geschichtsträchtigen Bilder des SP-Schweiz-Präsidenten mit Kamel geschossen werden.

Am letzten Tag trafen 4 Basler Mädchen und Maria Zinsstag ein. Den ersten Schreck hatten wir schon hinter uns, denn als wir erwachten, waren alle Tiere weg. Vor dem Frühstück mussten wir den steilen Weg hinauf und wie erwartet, hatten sie ungeduldig den Heimweg schon angetreten. Wir führten sie zurück, um unser Lager aufzuräumen und endlich zu frühstücken!!

Wir machten an jenem Tag noch einen leichten Anstieg auf die Eischollalp, eine recht verfallene und doch sehr schöne Alp. Ein flacher Weg führte uns auf die Alp Tschorr, wo das Frühlingsstechfest stattfand. Es hatte viele Leute. Allerdings hatten sie mehr Augen für die schwarzen Kühe als für unsere Exoten.
Dafür musste ich gleich zwei verletzte Festbesucher verarzten.

Von Tschorr gings dann steil hinunter: Ergisch- Turtmann und hinüber auf unsere Weide beim Feschlerloch. So kamen wir auch dieses Mal wieder müde und glücklich nach hause...

Am 13.-14. Oktober 2007 zogen wir wieder nach Mollens wo uns meine liebe Mutter beherbergte und verköstigte. Mollens liegt zwischen Siders und Montana an einem schönen Sonnenhang. Bei Mama gibt es nicht nur tolle Weiden für die Tiere, sondern auch einen Badeteich für müde Wanderer. Allerdings ist es im Oktober halt schon ziemlich kalt.

Am 27. -28. Dezember 2007 führte unsere Wintertour nach Salgesch. Im Winter, wenn die Tage so kurz sind und wir versuchen, ein bisschen Sonne zu erhaschen, nehmen wir meist den Weg nach Leuk-Stadt über die grosse Dalabrücke nach Varen, ein Stück durch die Reben, durch das Weindorf, weiter nach Salgesch durch Reben und vorbei an Kellereien.Vor uns liegt das weite Tal von Siders bis Sitten in der Abendsonne.. Bei Louis waren die Pferde gut aufgehoben, für die Kamele schien mir aber der Zaun etwas unsicher. So brachte ich sie mit meiner Stute Mamnouah nach hause: von Louis kann man im Winter den Rotten überqueren und  durch den Pfynwald ging es dann in flottem Trab in kürzester Zeit zurück zu unserer Datscha. Die 4 Kamele kamen wie Lämmchen hinterher, dabei die kleine Ninifee, geb April 07.

Im Juni 2008
stiegen wir an einem heissen Sommertag über die Satellitenstation Brentjong hinauf nach Guttet, wo wir die Tiere unterbringen konnten. Mit dem Wohnwagen fuhren wir weiter bis auf eine verlassene Voralpe, wo wir ein Lagerfeuer machen konnten und Matthias uns auf seiner Gitarre die schönsten Lieder vorspielte. Sternklare Nacht, dem Himmel nahe, absolute Ruhe und Einsamkeit, das Gefühl, darüberzustehen - dafür lohnt es sich!
Am nächsten Tag ging es durch den verbrannten Wald mit seiner neuen blumigen Vegetation über Albinen nach Leukerbad, wo uns einmal mehr Isabelle beherbergte.
Am dritten und letzten Tag starteten wir guten Mutes, bis uns das Schicksal ereilte:
Siran, unser Lausebengel, fand es lustig, auf einem kleinen Bergpfad herumzuhüpfen und mit all seinen vier Kamelbeinen in die Luft zu gehen. Dabei hat er sich verkalkuliert und verpasste an einer eigentlich recht ungefährlichen Stelle den Weg, stürzte, überschlug sich und landete mit dem Kopf voran 5 Meter hinunter auf der Strasse. Er brach sich das Genick und war sofort tot.
Unser lustigstes Kamel ist somit von uns gegangen, sicher in einem wunderschönen Moment seines doch recht kurzen Kamellebens...

im Rottenbett des Pfynwaldes

Am 15.-18. April 2009 ging es nach Mollens-Montana. Wir hatten die Ehre, von Daniela Schwegler alle vier Tage begleitet zu werden. Sie schrieb einen sehr schönen Artikel in der Schweizer Familie ( 14.Mai 2009), bebildert mit Fotos von Thomas Andenmatten, die die ganze Pracht dieser Touren sehr schön illustrieren. Das Wallis ist einfach wunderschön!

Die erste Etappe führte durch den Pfynwald, wo uns noch einige Familien begleiteten. Es folgte der steile Anstieg nach Mollens zu meiner Mutter, wo wir uns zum Glück immer wieder am Giltsteinofen wärmen konnten. Denn in Montana erlebten wir strömenden Regen und Schneeflocken bei spärlicher Sonne. Trotzdem war die Strecke von Aminona nach Montana atemberaubend und wir entdeckten schöne Wanderwege, die quer durch den mondänen Tourismusort führten, hinunter zu dem idyllischen lac de la Moubra.

Vom 29. Juli bis 1. August 2009 zogen wir über Oberems ins Turtmanntal. Dank dem Bericht in der Schweizer Familie hatten wir dieses Mal mehrere Teilnehmende, die tatsächlich die ganze Tour mitmachten und durchhielten. Zwei Personen, die zu Beginn nicht einmal wagten, ein Tier zu berühren, sassen bis am 4. Tag sogar auf einem Kamel resp. auf einem Pferd! Es gibt keine bessere Strategie, Ängste zu bekämpfen.

In Oberems wurden wir gut von Heike und Markus Hischier, Biobauern, beherbergt. Die meisten schliefen im Stroh, die Tiere erhielten eine tolle Weide. Von Oberems nach Gruben gab es verschiedene abenteuerliche Stellen wie kleine wackelige Brücken, die unter den 700kg-Kamelen bedenklich schwankten, aber standhielten. Der Talweg ist sehr romantisch und verläuft ein grosses Stück entlang dem wilden Bergbach. Eine kleine Kapelle steht hoch auf einem Felsbrocken, als hätte sie ein Riese wie ein Spielzeug dort hingestellt und vergessen! Das Turtmanntal ist sehr lieblich und voll von liebenswerten Leuten, die dort den kurzen Sommer geniessen. Wir konnten in den bereitgestellten Tipis bestens übernachten und kochten uns auf dem Lagerfeuer abends Ragout mit Polenta und morgends Kaffee. Es braucht natürlich ziemlich Zeit, bis das Kaffeewasser kocht...

Diese Tour ermöglichte einen Erlös von 2'500.-, die wir an newTree weitersenden konnten

Im Sommer 2010 zogen wir mit verschiedenen Dimitrischülern in 2 Tagen nach Blatten ob Naters, wo wir in einem Ferienhaus logieren konnten und ein tolles Theater-Akrobatik-Stück mit Kamelen inszenierten und schliesslich während 3 Tagen aufführten. Sogar die Seilbahn Blatten-Belalp wurde zur Kulisse umgewandelt! Bei diesem Theater merkte man natürlich die Professionalität der Regisseurin und der Mitwirkenden, was das Ganze zu einem grandiosen Spektakel werden liess. Die Plätze waren auch in diesem Bergdorf ausverkauft.
Schliesslich zogen wir wieder in 2 Tagen zurück nach Susten. Jenni Skolowski hat die ganze Sache mit Bravour organisiert und so hat fast alles reibungslos geklappt. Nur gerieten wir auf der Strecke Mund-Baltschieder auf dem Höhenweg ein bisschen in Not, da die Kamele nicht über die schmalen Stege gehen wollten, ihr Gepäck auch zu breit war und daneben Schnellzüge vorbeibrausten. Es waren Schreckmomente. Schliesslich kehrte ich um und ritt mit Shamoun und den Kamelen nach Brigerbad hinunter und von da nach Baltschieder, wo wir unser Nachtlager aufschlagen konnten.